Archiv der Kategorie 'Termine'

Veranstaltungshinweis

Im Rahmen des „Festival contre le racisme“, das vom 29.05.2012 bis 06.06.2012 u.a. an den Bielefelder Hochschulen stattfindet, wird eine Veranstaltung stattfinden, die sich mit den Geschlechteridentitäten in der Neonazi-Szene beschäftigt:

Vortrag: Straßenkämpfer und Vollzeit-Mütter? Männlichkeit(en) und Weiblichkeit(en) in der Neonaziszene

Dienstag, 29. Mai 2012, 18.00 Uhr | FH-Campus (Kurt-Schumacher-Str.) Gebäude D Raum 207

Referentin: Christiane Ritter (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Männliche Neonazis treten als Straßenkämpfer auf, halten Reden, übernehmen Ämter und begehen Gewalttaten, weibliche Neonazis sind für Kindererziehung und Familie zuständig, backen Kuchen, dürfen auch mal von Plakaten lächeln, halten sich ansonsten aber im Hintergrund und haben erst recht nichts zu sagen: Derartige Bilder über Frauen und Männer in der Neonazi-Szene sind weit verbreitet.

Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Szene, wird schnell klar, dass die „Aufgabenverteilung“ längst nicht (mehr) so eindeutig ist. Frauen- wie auch Männerbilder haben sich ausdifferenziert, wenn auch biologistische Zuschreibungen weiterhin bestimmend sind.

Der Vortrag gibt einen Überblick über verschiedene Rollenbilder und das Verständnis von „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“, Veränderungsprozesse werden aufgezeigt und daraus entstehende Konfliktlinien beschrieben.

Wie gehen Männer in der Neonazi-Szene mit selbstbewusst agierenden Frauen um? Wie vereinbaren Frauen öffentliches politisches Engagement mit den Ansprüchen, die an sie als „Erhalterinnen des Volkes“ gestellt werden? Und wie wirken sich gesamtgesellschaftliche Veränderungen im Geschlechterverhältnis auf die Szene aus? Wie werden entsprechende Debatten und Praxen rezipiert? Diese und andere Fragen werden von der Referentin aufgegriffen und bieten Ansätze für weitere Diskussionen im Anschluss an den Vortrag.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten und/oder rassistischen Parteien, Organisationen oder Szenen angehören bzw. bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind oder an derartigen Veranstaltungen (z.B. „Bismarck-Kommers“!) teilgenommen haben, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Das Fotografieren und/oder Filmen in und vor dem Veranstaltungsraum ist untersagt, ebenso wie Tonmitschnitte der Veranstaltung.

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Außer Protest nichts Neues von der „Ideenwerkstatt“

+++ Kundgebung an der Schloßhofstraße (Höhe Hausnummer 89a) +++ Samstag, 05.11.2011, 9.15 Uhr +++

Am 05. und 06.11.2011 will die neofaschistische Bielefelder „Burschenschaft Normannia-Nibelungen“ erneut ihre jährliche „Ideenwerkstatt“ im Burschenschaftshaus an der Schloßhofstraße 96 durchführen.

Unter der in diesen Kreisen einzig als rhetorisch zu verstehenden Fragestellung „Die Völkerwanderungen des 21. Jahrhunderts – Fluch oder Segen für Europa?“ sollen wie auch in den vergangenen Jahren zahlreiche Referenten aus dem politischen Umfeld der Burschenschaft mit einzelnen Vertretern der „demokratischen Mitte“ zu einem scheinbar offenen Diskurs zusammenkommen.

Dabei reicht ein Blick auf eine eigens erstellte Linkliste zur „Ideenwerkstatt“ , die wohl der inhaltlichen Vorbereitung dienen soll, die übliche Intention des Ganzen zu erkennen: Mit dem ausgewiesenen Rassisten Volkmar Weiss, dem Islamfeind Rolf Stolz, dem Rechtspopulisten Udo Ulfkotte, dem Deutschtümler Stefan Luft und dem österreichischen Neofaschisten Andreas Mölzer ist nahezu das gesamte Spektrum der extremen Rechten vertreten. Lediglich für den offen nationalsozialistischen Flügel müssen dann die „Aktiven“ und „Alten Herren“ der Burschenschaft noch selbst sprechen – was zumindest den einschlägig bekannten Timo Kötter, Jan Ackermeier, Marc Strothe und Hendrik Stiewe nicht weiter schwerfallen dürfte.

So ruft das Bündnis gegen die Ideenwerkstatt nicht nur „die demokratischen Teilnehmer“ zum Boykott der Veranstaltung auf, sondern kündigt auch erstmalig eine Protestaktion gegen das nun bereits im siebten Jahr angekündigte Neonazi-Treffen mitten in Bielefeld an: Die antifaschistische Kundgebung beginnt am 05.11.2011 um 9.15 Uhr am Burschenschaftshaus in der Schloßhofstraße.

Weitere Informationen: [indymedia linksunten] und [hiergeblieben]
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Hochkarätige Referenten in Bielefeld

Vom 18.1.2011 bis 10.3.2011 veranstaltet die Gruppe Analyse & Kritik des Verbindungs(un)wesens [ak:mütze] mit Unterstützung des AStA der Uni Bielefeld eine Vortragsreihe:

Das Verbindungs(un)wesen – eine Veranstaltungsreihe

Alle Jahre wieder findet in der Bielefelder Stadthalle der „Bismarck-Kommers der Bielefelder Korporationsverbände“ statt. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um ein Treffen verschiedener Studentenverbindungen und Burschenschaften, flankiert durch Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und weiteren Repräsentanten öffentlicher Einrichtungen.

Warum es sich bei diesem „Bismarck-Kommers“ keineswegs nur um ein harmloses Stelldichein einiger wirrer Kostümierungsfreaks handelt, wollen wir mit unserer Veranstaltungsreihe dokumentieren.

Ein zentraler Blick gilt hierbei den Ideologien und Strukturen, die sich übergreifend durch das Verbindungsunwesen ziehen – ganz egal ob es sich um eine offen neofaschistische Burschenschaft wie die „Normannia-Nibelungen“ oder sich in der demokratischen Mitte wähnende Studentenverbindungen wie die meisten anderen der örtlichen Korporationen handelt.

Zum Ende der Reihe befassen wir uns auch mit den Gegenaktivitäten zum diesjährigen „Bismarck-Kommers“. Denn eins steht mal fest: Das Leben ist schöner – lauter und bunter – ohne Band und Mütze. Wir sagen: Verbindungen kappen!


    Hinweis zum Hausrecht:
    Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen Szene zuzuordnen sind, oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von den Veranstaltungen ausgeschlossen. Die Veranstaltenden behalten es sich darüber hinaus vor, farben- und uniformtragende Besucher von den Veranstaltungen auszuschließen.

Das Binnenleben der Studentenverbindungen

Bunte Kappen auf dem Kopf, bunte Bänder über dem Oberkörper – gewöhnlich fallen Mitglieder von Studentenverbindungen in der Öffentlichkeit durch ihr eigentümliches Outfit auf. Bekannt sind Studentenverbindungen außerdem dafür, dass sie Seilschaften bilden und große Mengen an Bier konsumieren.

Weniger bekannt sind einige Charakteristika, die in gesellschaftlicher und politischer Perspektive wohl folgenreicher sind. Die meisten Studentenverbindungen sind reine Männerbünde. Viele nehmen darüber hinaus auch keine Migranten auf. Einige manifestieren in Zweikämpfen mit scharfen Fechtwaffen, sogenannten Mensuren, ihr antiquiertes Macho-Männerbild. Schließlich sind viele von ihnen bis heute recht elitär. Alle sind dabei strukturkonservativ sowie tendenziell autoritär geprägt.

Der Vortrag informiert über Gemeinsamkeiten und über Unterschiede im Binnenleben der vielen verschiedenen Arten von Studentenverbindungen in Deutschland und Österreich und gibt einen Überblick über ihre unterschiedlichen Dachverbände.

Referent: Jörg Kronauer (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Dienstag, 18.01.2011, 19.00 Uhr
Universität Bielefeld (Raum R2-155)

Völkische Politik in Studentenverbindungen

Die NPD macht sich Hoffnung. Sie setze nach ihren Wahlerfolgen in Sachsen auf „eine steigende Attraktivität der Partei für Akademiker“ und auf eine „Sogwirkung im rechtsgerichteten Studenten- und Verbindungsmilieu“, schrieb Ende 2009 die Verbandszeitschrift der Deutschen Burschenschaft, die Burschenschaftlichen Blätter. Tatsächlich sind eine ganze Reihe von Burschenschaften seit je im Umfeld der extremen Rechten aktiv.

Mittlerweile beginnen sich weitere Studentenverbindungen, so zum Beispiel Bünde aus dem Dachverband Coburger Convent, für Strukturen etwa der sogenannten Neuen Rechten zu öffnen. Basis ist oft ein völkisches Denken, das das Deutschtum über alles stellt; gelegentlich führt es sogar zu ernsthaften Spekulationen, ob Deutschland nicht eigentlich größer sei als die Bundesrepublik.

Historisch ist das nicht neu: Viele Verbindungsstudenten bekämpften in den 1920er Jahren die damals noch junge Demokratie und beteiligten sich zu Beginn der 1930er Jahre an der Nazifizierung der deutschen Universitäten. Der Vortrag bietet einen Überblick über Geschichte und Gegenwart völkischer Politik in Studentenverbindungen.

Referent: Jörg Kronauer (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Dienstag, 01.02.2011, 19.00 Uhr
Universität Bielefeld (Raum R2-155)

Elite sein: wie und für welche Gesellschaft sozialisiert eine studentische Korporation?

Das Ziel der studentischen rechtskonservativ gesinnten Korporationen ist es, eine männliche Elite zu reproduzieren. Und das tun sie seit über 150 Jahren nahezu unabhängig vom Staatssystem mit großem Erfolg. Führende Politiker und wichtige Personen aus Wirtschaft und Wissenschaft zählten und zählen zu ihren Mitgliedern.

Corps (Manfred Kanther, Hanns-Eberhard Schleyer), Burschenschaften (Norbert Gansel), Landsmannschaften (Günter Öttinger) oder CV (Jürgen Rüttgers, Friedrich Merz), es sind meist reine Männerbünde, deren Ziel die gegenseitige Unterstützung ist. Woher kommt das, wie funktioniert es, was macht einen Korporierten aus und vor allem, wie sind sie organisiert?

Der Vortrag zeigt die Mechanismen informeller männlich-elitärer Netzwerkbildung auf verschiedenen Ebenen auf und diskutiert diese auch im Zusammenhang aktueller Bildungspolitik.

Referent: Dr. Stephan Peters (Heidelberger Wissenschaftsberatung)

Dienstag, 15.02.2011, 19.30 Uhr
BürgerInnenwache am Siegfriedplatz

Das Korporationswesen in Bielefeld

So überschaubar und heterogen die Bielefelder Verbindungslandschaft auch ist – der jährlich stattfindende „Bismarck-Kommers“ zeigt die andere Seite auf: Offen auftretende Neonazis, führende gesellschaftliche RepräsentantInnen und das gesamte Spektrum der Korporierten feiern unter beträchtlicher Aufmerksamkeit der Medien gemeinsam in der Stadthalle. Hier fallen sowohl die vorgeblichen Unterschiede zwischen den verschiedenen beteiligten Gruppen und Personen unter den Tisch, wie auch eine gesellschaftliche Relevanz offenkundig wird, die durch die zahlenmäßige Präsenz der Bielefelder Korporationen alleine nicht zu erklären ist.

Ein/e Referent/in antifaschistischer Gruppen aus OWL stellt die örtliche Situation dar und informiert über Gegenaktivitäten zum anstehenden „Bismarck-Kommers“.

Donnerstag, 10.03.2011, 19.30 Uhr
BürgerInnenwache am Siegfriedplatz

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Informationsveranstaltung am 9.6.2010

Am Mittwoch, den 9.6.2010, wird an der Uni Bielefeld die Veranstaltung „Falsch verbunden – Das burschenschaftliche Spektrum“ stattfinden. Im Blickfeld wird hierbei auch die extrem rechte Bielefelder Burschenschaft Normannia-Nibelungen stehen. Als Referent hat der Journalist und Korporationsexperte Jörg Kronauer zugesagt. Der Vortrag im Rahmen des festival contre le racisme beginnt um 17 Uhr in Raum U2-205.

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