Die Bündnisdemonstration am 1.4.2011 wurde von folgenden Gruppen und Projekten unterstützt:

AG Freie Bildung an der Uni Bielefeld
AK Asyl e.V. Bielefeld
Alles für Alle – Gewerkschaftsnahe Hochschulgruppe Uni Bielefeld (1)
Analyse und Kritik des Verbindungs(un)wesens [ak:mütze]
Antifa-AG an der Uni Bielefeld
Antifa-West Bielefeld
antifaschistische praxis in bielefeld (2)
Antirassismus AG an der Uni Bielefeld
Argumente & Kultur gegen Rechts e.V. Bielefeld
AStA FH Bielefeld (3)
AStA Uni Bielefeld (4)
AStA Uni Paderborn
Attac Bielefeld
Autonomes Schwulenreferat Uni Bielefeld (5)
Büren-Gruppe Paderborn
Chronisch Schwule Union (C.S.U.) Uni Bielefeld
Die Linke Kreisverband Bielefeld (6)
DJ Mad Summer (Bielefeld)
DJ see it (Bielefeld)
Fachschaft Gender Studies Uni Bielefeld
fzs e.V. – AK Antifa
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) OWL
grün alternative linke (g*al) Uni Bielefeld
Grüne Hochschulgruppe * Offene Liste (ghg*ol) Uni Bielefeld
Juso-Hochschulgruppe Uni Bielefeld
Jusos Bielefeld (7)
Kulturinitiative Detmold e.V.
Kurdischer Studentenverein der Universität Bielefeld/Paderborn
Linksjugend Bielefeld (6)
Slowmotion – Antifa Detmold
Studentische Verbindungen auflösen! (Coburg)
Türkischsprachige Hochschulgruppe der Uni Bielefeld
:uniLinks! – Linksradikale Liste an der Uni Bielefeld

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(1) Pressemitteilung der Gewerkschaftsnahen Hochschulgruppe „Alles für Alle“ (31.3.2011)

Auch in diesem Jahr findet wieder der Bismarck-Kommers als Treffen aller Bielefelder Studentenverbindungen statt. Bei der Feier am am 01.04.2011 in der Stadthalle versammeln sich VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zusammen mit den Aktiven und alten Herren lokaler Verbindungen

Die gewerkschaftsnahe Hochschulgruppe „alles für alle“ der Universität Bielefeld schließt sich dem Bündnisaufruf „Lauter und Bunter ohne Band und Mütze“ an und kritisiert die undemokratische, rassistische und sexistische Realität dieser Feierlichkeiten und die Existenz jeglicher Verbindungen.

Das Verbindungswesen durchdringt die Gesellschaft, deutschlandweit und darüber hinaus, aber auch hier in Bielefeld – jedoch sind die Angehörigen von Verbindungen nur in den oberen und privilegierten Teilen der Gesellschaft positioniert. Reichtum und Macht wird innerhalb eines kleinen Kreises weitergegeben. Durch „Verbindungen“ werden einflussreiche Positionen aus diesem kleinen Kreis besetzt, ohne das Aussenstehende die Möglichkeit haben, mitzumachen. Diese Macht wird oft über Generationen von Vätern zu Söhnen weitergegeben. Eine Durchlässigkeit oder Chancengleichheit wird so verhindert und Klassenverhältnisse auf diese Weise gestärkt und reproduziert.

„Das Weitergeben von rechtem und sexistischem Gedankengut geschieht durch die tägliche Praxis in der Verbindung vor allem durch das Einüben von Hierarchien. Gerade der Abbau von Hierarchien in unserer Gesellschaft ist jedoch unser Ziel,“ so Bettina Ritter, Mitglied der Hochschulgruppe. „Wir wollen mit unserer Teilnahme auch ein öffentliches Zeichen gegen allein männliche Eliten setzen, die der Chancengleichheit in unserer Gesellschaft entgegen steht. Elitäre Männerbünde zementieren die Ungleichheiten in unserer Gesellschaft, statt diesen entgegen zu wirken, führt Dirk Bruland, ein weiteres Gruppenmitglied, aus.“

Aus diesem Grund lehnen die gewerkschaftsnahe Hochschulgruppe „alles für alle“ die Existenz jeder Verbindung ab und fordern die Stadt Bielefeld und alle demokratisch denkenden Menschen auf, ihnen die Öffentlichkeit und Einflussmöglichkeit, die durch den alljährlichen Bismarck-Kommers entsteht, zu entziehen.

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(2) Pressemitteilung der Gruppe Antifaschistische Praxis in Bielefeld (31.3.2011)

Gemeinsam gegen den Bismarck-Kommers!

Auch die Gruppe „antifaschistische praxis in bielefeld“ (APiB) ruft als Teil des Bündnisses gegen den Bismarck-Kommers zu der Demonstration am 01.04.2011 auf. Ebenso solidarisieren wir uns mit allen Gegner/innen des Bismarck-Kommerses, die sich für andere Aktions- und Protestformen entschieden haben.

Über den konkreten Protest gegen die Studentenverbindungen hinaus steht für uns als autonome Antifaschist/innen im Vordergrund, deutlich aufzuzeigen, dass der Widerstand gegen die gesammelten Widerwärtigkeiten rund um den Bismarck-Kommers auf breiten gesellschaftlichen Füßen steht.

Das Aktionsbündnis wird von mehr als 30 Gruppen und Projekten aus Bielefeld und dem Umland unterstützt. Bei aller Heterogenität eint alle Beteiligten ihr Verständnis von einem überzeugten, konsequenten Antifaschismus. Die sonstigen Unterschiede in der jeweiligen politischen und kulturellen Ausrichtung sind in der Sache kein Hindernis, sondern eine wechselseitige Bereicherung.

Gegen jeden Extremismus-Begriff!

Die vielen Facetten des Korporationswesens, gegen die wir uns wenden, sind nicht unter einem verschwommenen Begriff des „Rechtsextremismus“ abzuhandeln oder in die Schubladen von „Rechts“ und „Mitte“ zu packen, sondern vielmehr als das zu benennen, was sie jeweils sind: Herrschaftsdenken, Sexismus, völkische Ideologie, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Homophobie, Militarismus, Deutschtümelei, Revanchismus, Rassismus und Neonazismus.

Es ist allgemein bekannt, dass die – nach Maßstäben der staatlichen Extremismusdoktrin – „Mitte der Gesellschaft“ keineswegs vor all diesen Elementen einer menschenfeindlichen Gesinnung immer und überall gefeit ist. So ist für uns in unserem Protest auch zweitrangig, dass die Mehrheit der Bielefelder Studentenverbindungen nicht der Neonazi-Szene zuzurechnen ist.

Der Begriff des „Rechtsextremismus“ ist für antifaschistische Politik also völlig wertlos. Die ihn prägende Doktrin verfolgt vielmehr unter anderem den Zweck einer zumindest partiellen Gleichsetzung des Neofaschismus und seiner überzeugten Gegner/innen. Unter der derzeitigen Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, die ihrerseits selbst die neonazistische Verschwörungstheorie einer „grassierenden Deutschenfeindlichkeit“ (vgl. LINK) verbreitet, verschärft sich ein solcher Kurs noch.

Immer wieder wird antifaschistisches Engagement als „Linksextremismus“ diffamiert. Ein Blick in den kürzlich erschienenen Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen zeigt auf, in welchem Maße hiermit eine Relativierung und Verharmlosung neonazistischer Gewalt erfolgt. Auch die für die kommende Woche angekündigte Jahresstatistik des Bielefelder Staatsschutzes wird wieder nach diesem Muster verfahren und den Antifaschismus als zumindest teilweise „kriminell“ brandmarken.

Antifaschismus ist extrem notwendig!

Das breite gesellschaftliche Bündnis gegen den Bismarck-Kommers zeigt beispielhaft und vorbildlich, dass jeder Versuch einer Diffamierung oder Spaltung antifaschistischer Politik zum Scheitern verurteilt ist, wenn die antifaschistischen Gruppen mit gleichwertiger Stimme und gemeinsam agieren.

Um die Stadthalle Bielefeld herum wird sich am 01.04.2011 kein „Rechts-Links-Konflikt“ abspielen, in dem gemäßigte Studentenverbindungen die „Mitte der Gesellschaft“ repräsentieren oder unbeteiligte Leidtragende wären. Es findet vielmehr ein inhaltlicher Diskurs statt, in dem viele Menschen aufzeigen, dass sie Sexismus, Deutschtümelei, elitäre Politik und Neofaschismus nicht gewillt sind, stillschweigend hinzunehmen!

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(3) Pressemitteilung des AStA der FH Bielefeld (1.4.2011)

Auch in diesem Jahr (01.04.2011) begehen die Bielefelder Studentenverbindungen wieder den sogenannten Bismarck-Kommers in der Bielefelder Stadthalle.

Burschenschaften stehen für ein extrem reaktionäres Gedankengut, das sich aus Rassismus, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Elite-Denken und Deutschnationalismus zusammensetzt.

Dabei sind es nicht bloß Vereine junger Männer, die meinen ihre Ehre zu verteidigen, in dem sie sich gegenseitig beim Fechten verletzen. Viel mehr sind sie ein Bindeglied zwischen der Mitte der Gesellschaft, der Wirtschaft und der etablierten, sowie der außerparlamentarischen extremen Rechten.

Daher rufen wir, der AStA der FH Bielefeld, alle Menschen auf sich an der Demonstration gegen den Bismarck-Kommers zu beteiligen.

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(4) Pressemitteilung des AStA der Uni Bielefeld (31.3.2011)

Bismarck-Kommers ist Auswuchs rückwärtsgewandter Tradition

Anlässlich des auch in diesem Jahr wieder statt findenden „Bismarck-Kommers“ der Bielefelder Studentenverbindungen ruft der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Bielefeld, als Teil des „Bündnisses gegen den Bismarck-Kommers“, zu einer Gegendemonstration auf. Diese soll die „braune Spur“, die sich als Folge des Bismarck-Kommerses durch die Stadt zieht, nachzeichnen und mit einer Kundgebung an der Stadthalle, dem Veranstaltungsort des Kommerses, enden. Der AStA und das gesamte Bündnis wenden sich auf diesem Weg gegen das Bild, das eine Veranstaltung elitärer und völkischer Ideen nacheifernder Verbindungen in die Öffentlichkeit transportiert. „Studentenverbindungen bilden durch ihren Bezug zu Deutschland als einzig respektabler Nation und den Glauben an Überlegenheit auf Grund der Herkunft eine Anachronie in der modernen Welt!“, so Benjamin Dieckmann, AStA-Referent für Studienreform. „Sie stehen für ein Gesellschaftsbild, das einer eigentlich als vergangen erhofften Zeitepoche entspricht.“, so Dieckmann weiter.

„Eine Veranstaltung wie der Bismarck-Kommers hat in der öffentlichen Wahrnehmung unserer Stadt keinen Platz!“, findet dann auch Dorothea Ganz, AStA-Referentin für Ökologie. „Das Menschen mit derart antiquierten Vorstellungen und Rollenbildern in der Stadthalle ein Forum geboten wird, ist für alle Bielefelder Demokrat_innen beschämend. Für so etwas sollte es in einer weltoffenen Stadt keinen Platz geben.“, setzt sie ihre Aussage fort.

Der AStA und das gesamte Bündnis wenden sich aber nicht nur gegen den Nationalismus der Verbindungen, sondern ebenfalls gegen den dort offen praktizierten Sexismus. „In allen Bielefelder Verbindungen dürfen nur Männer Mitglieder werden.“, stellt AStA-Vorsitzende Lisa Brockerhoff fest. „Dadurch können auch nur Männer Teil der ‚Elite‘ sein, deren Heranzüchtung sich alle Verbindungen traditionell auf die Fahnen geschrieben haben. Von der gesetzlich vorgeschriebenen Gleichheit der Geschlechter ist bei den Verbindungen nichts zu sehen.“, so Brockerhoff weiter.

Die Demonstration beginnt am 01. April 2011 um 18 Uhr an der Schloßhofstraße 96 in Bielefeld und führt von dort in die Innenstadt. Eine Zwischenkundgebung wird an der Geschäftsstelle der Bielefelder Industrie- und Handelskammer abgehalten, deren Hauptgeschäftsführer ein bekennendes Mitglied einer Studentenverbindung ist. Danach geht es durch die Fußgängerzone weiter zur Stadthalle, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden wird, um den dann eintreffenden Teilnehmern des Kommerses auch persönlich gegenüber zu treten.

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(5) Pressemitteilung des Autonomen Schwulenreferats der Uni Bielefeld (31.3.2011)

Bismarck-Kommers fördert Ungleichheit

Das Autonome Schwulenreferat (SchwuR) der Universität Bielefeld ruft als Teil des Bündnisses „Gegen den Bismarck-Kommers“ zur Teilnahme an der Demonstration am 01.04.2011 um 18 Uhr an der Schloßhofstraße 96 auf. Studentenverbindungen sind Teil einer Vergangenheit, in der Minderheiten aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wurden. Sie grenzen auch heute alles, was nicht ihren Vorstellungen von „richtig“ entspricht, aus und orientieren ihre Entscheidungen an einem veralteten Weltbild. Deshalb können auch Homosexuelle nicht Mitglied werden, auch spielen ihre Interessen für die Verbindungen keine Rolle. Sie verstärken damit die sowieso noch immer vorherrschende gesellschaftliche Diskriminierung von allem, was nicht der heterosexuellen Norm entspricht.

Das SchwuR setzt sich als Interessenverbindung homosexueller Männer an der Universität Bielefeld für ein Miteinander aller Menschen, unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung, ein. „Studentenverbindungen stehen den Vorstellungen einer toleranten und offenen Gesellschaft diamentral entgegen,“ stellt Harald Tiemann vom SchwuR fest. „Deswegen unterstützen wir die Gegendemonstration in der Hoffnung, einen kleinen Schritt zu einer von gegenseitiger Aktzeptanz geprägten Gesellschaft zu machen. Studentenverbindungen wollen diesen Schritt offensichtlich nicht machen,“ so Tiemann weiter.

Das Schwulenreferat der Uni Bielefeld befindet sich auf der AStA-Galerie in Raum C1-180 und bietet seit über 2 Jahrzehnten einen freien Raum für homosexuelle Männer und alle anderen Interessierten.

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(6) Pressemitteilung der Linksjugend Bielefeld & Die Linke Bielefeld (24.3.2011)

Auch dieses Jahr soll in der Mitte unserer Stadt der traditionelle Bismarck-Kommers stattfinden. Was in der Vergangenheit einen mehr oder weniger ruhigen Platz in unserer Stadt gefunden hat, soll sich in diesem Jahr nicht ganz so wohl fühlen!

Diese Veranstaltung ist mehr als ein launiges Treffen von jungen und alten Herren die ihre konservative Gesinnung in Uniform zur Schau tragen. Sie sind mehr als eine Karrierenetzwerk und allemal mehr als eine sportliche Fecht- und Trinkgemeinschaft. Die 150 Jahre alten Männerbünde haben sich in Denken und Handeln nicht gerade weiterentwickelt. Sie stehen dem nationalen Gedankengut näher als einer emanzipatorischen Demokratiebewegung. Frauen sind da nur „schmückendes“ Beiwerk und als solches Beweis für die sexistische Grundhaltung dieser Vereinigungen. Teile der Burschenschaften sehen „das deutsche Vaterland unabhängig von staatlichen Grenzen in einem freien und einigen Europa, welches Osteuropa einschließt“ – das ist Neofaschismus und Revanchismus.

Die Burschenschaften stellen die Brücke aus Mitte der Gesellschaft zu den extremen Rechten dar.

Auf dieser Spur trifft man Prominenz wie Claus Kleber und Thomas Gottschalk. Auch Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld ist Mitglied der pflichtschlagenden Studentenverbindung „Alte Leipziger Turnerschaft Hansea Bielefeld“, deren Wohnheim in der Detmolder Straße bis vor kurzem noch eine Reichskriegsflagge zierte. Mitglieder der Burschenschaft Normannia Nibelungen sind Vorstandsmitglieder der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“, deren Neonazi-Aufmarsch in Dresden bis vor kurzem der größte Europas war. Diese Burschenschaft hat in Bielefeld mehrfach bekannten Neonazis Raum geboten ihr rechtes Gedankengut zu verbreiten, und geholfen, NPD-Publikationen zu verbreiten.

Bereits in den letzten Jahren gab es Proteste gegen den Bismarckkommers, der von vielen demokratischen und antifaschistischen Gruppen getragen wurden. Dies hinderte aber einzelne Mandats- und Amtsträger, also Repräsentanten der Parteien und der Stadt nicht den Bismarck-Kommers als Gast zu besuchen. DIE LINKE Bielefeld und die Linksjugend fordern, dass kein Vertreter der Stadt Bielefeld am Bismarck-Kommers teilnimmt!

Wir rufen zur Gegendemonstration am Freitag, den 1.4.2011, ab 18.00 Uhr auf und werben für Unterstützung aller demokratischen Kräfte in unserer Stadt: Treffpunkt Schloßhofstr.96 (vor dem Haus der „Normannia Nibelungen )

Die Stadt Bielefeld und alle Vermieter von entsprechenden Räumlichkeiten fordern wir auf, den Burschenschaften keinen Raum zurVerfügung zu stellen.

Bielefeld, als anerkannter Hochschulstandort, darf nicht zum Mekka von nationalistischen bis hin zu neofaschistischen Studentenverbindungen werden!

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(7) Pressemitteilung der Jusos Bielefeld (28.3.2011)

Kein Platz für rechtes und diskriminierendes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft!

Alle aktiven Bielefelder Verbindungen und Burschenschaften vertreten ein diskriminierendes Frauenbild und treten für den Erhalt einer patriarchalischen Gesellschaftsordnung ein. Ziel studentischer Verbindungen ist über das Lebensbundprinzip und strikte Aufnahmekriterien die Reproduktion einer rein männlichen Elite. Dabei wird die formelle Chancengleichheit bewusst untergraben und als ‚Männerbund’ sexistisches Verhalten legitimiert. Der entscheidende Unterschied zu, wie oft vorgebrachten Argumenten, gegen ‚Männergesangsvereine’ oder ‚Frauen-Kegel-Clubs’ gäbe es auch nichts einzuwenden, besteht in der expliziten Zielsetzung und gesellschaftlichen Realität, dass Macht- und Führungspositionen über Verbindungen und damit nur an die männliche Hälfte der Gesellschaft vergeben werden sollen.

Darüber hinaus hat die Burschenschaft Normannia Nibelungen in den vergangenen Jahren mehrfach bekannte Neonazis zu Veranstaltungen eingeladen und Raum geboten ihr rechtes Gedankengut zu verbreiten. Antifaschistische Arbeit muss bereits dort beginnen, wo rechtes Gedankengut in einer vermeintlich bürgerlichen Mitte akzeptiert wird und verbreitet werden kann. So lange es keine ausreichende Distanzierung der anderen Verbindungen von dieser Burschenschaft gibt oder diese etwa gern gesehene Gäste auf gemeinsamen Verbindungstreffen sind, lehnen wir diese ab.

„Das Welt- und Menschenbild, das in Verbindungen vertreten wird, steht unseren politischen Grundsätzen für eine offene und tolerante Gesellschaft mit Gleichberechtigung, Freiheit und ohne Privilegien, diametral entgegen“, begründet Ridvan Ciftci, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Bielefeld den Aufruf zur Gegendemonstration.

„Wir freuen uns, dass nach unserer Kritik am Bismarck Kommers im letzten Jahr, 2011 auch eine intensive Diskussion innerhalb der SPD dazu geführt hat, dass einen Vorstandsbeschluss gefasst wurde, der Funktions- und Mandatsträger sowie die Repräsentanten der Stadt Bielefeld auffordert, den Kommers nicht zu besuchen“, sagt Wiebke Esdar, Juso Vorsitzende und Mitglied des Unterbezirksvorstandes der SPD Bielefeld.

Die Jusos Bielefeld rufen alle Bielefelder und Bielefelderinnen auf, sich am kommenden Freitag, den 01.04.2011 um 18.00 Uhr friedlich der Bündnisdemonstration gegen den Bismarck Kommers anzuschließen!

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